Bericht von Sandra Ness für den Pfarrbrief Sommer 2019, der Kirchengemeinde „Maria Frieden“ in Hamminkeln.
Horizonte öffnen, Perspektiven geben

„Togo – Neuer Horizont e.V.” ist seit 15 Jahren für Westafrika aktiv

Seit nunmehr fast 15 Jahren engagiert sich unser Verein „Togo-Neuer Horizont e.V.“ ehrenamtlich in der weiten Welt. Um es genauer zu sagen, in Togo. Togo ist ein Staat in Westafrika, am Golf von Guinea gelegen, und grenzt an Ghana im Westen, Benin im Osten und Burkina Faso im Norden. Hauptstadt und Regierungssitz ist Lomé.
Ein Blick zurück: Im März 2004 reiste die heutige Vorsitzende des Vereins, Anna Maria Klocke, nach Togo. Ein Traum wurde damit wahr – und der Wunsch, eine Krankenstation in Westafrika zu errichten, um dort den Menschen, besonders den Frauen und Kindern zu helfen, ließ sie nicht mehr los. Nach vier Wochen Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen, gründete sie nach ihrer Rückkehr den Verein „Togo-Neuer Horizont e.V.“ Mit voller Zuversicht startete der Verein mit 80 Euro Guthaben. Die Namensgebung stammt von westafrikanischen Asylbewerbern, die Anna Maria Klocke aus Dingden, bei ihrer Arbeit als Krankenschwester in der Sanitätsstation einer Zentralen Unterkunftseinrichtung in Schöppingen kennenlernte.
Horizonte öffnen, Perspektiven geben: Der Verein hatte sich vorgenommen, dieses schöne, sehr arme, westafrikanische Land in den Mittelpunkt ihres Engagements zu stellen. Ein Überleben in kleinen Hütten zu ermöglichen, die an mit Schlaglöchern übersäten, roten Schotterpisten liegen, die größtenteils weder über Strom noch Wasseranschlüsse verfügen. Viele Mütter und Kinder sterben durch Komplikationen oder unhygienische Verhältnisse während oder nach der Geburt. Hier wollte man ansetzen und etwas verändern. Und diese Veränderung kann sich sehen lassen.
Der erste Grundstein für den Bau einer Krankenstation in Atakpamé wurde im Februar 2007 gelegt. Nach der Fertigstellung im Dezember 2008 folgte 2010 eine Erweiterung eines Schwesternwohnheimes. Ein Jahr später konnten die Schwestern das Wohnheim bereits beziehen, so waren sie für die Patienten schnell erreichbar. Es folgte im November 2013 die Eröffnung einer Mutter-Kind-Klinik mit Bettenhaus, Labor, Apotheke, Brunnen und einer Solaranlage in Hanyigba-Duga. 2016 dann der Umbau einer bestehenden Krankenstation: Diese wurde in eine Mutter-Kind-Klinik mit Krankenstation um- und ausgebaut. Die Mutter-Kind-Klinik hat einen Brunnen bekommen, eine Müllverbrennungsanlage, ein großes Labor und eine Apotheke. Eine Solaranlage sorgt für Strom. Die Mutter-Kind-Klinik wird von den Katharinenschwestern geleitet.
Durch die gute Behandlung haben die Schwestern das Vertrauen der Bevölkerung in Nampoch und den 19 umliegenden Dörfern erlangt. Ebenfalls im Jahr 2016 konnte die Kranken- und Entbindungsstation in Koutchitchéou eingeweiht werden. Von nun an hat die Dorfbevölkerung eine Erstversorgung vor Ort und braucht nicht mehr 20 Kilometer bis zur nächsten Krankenstation zurücklegen. Vor allem sind es die Frauen und Mütter mit ihren Neugeborenen und Kindern, die diese Krankenstation begrüßen.
Aber nicht nur die Krankenstationen sind eine Herzensangelegenheit des Vereins, sondern auch Patenschaften für Kinder, die nicht die Chance haben, eine Schule zu besuchen. Zur Zeit hat der Verein 112 Patenschaften vermitteln können. Die Paten haben regelmäßig schriftlichen Kontakt zu den Kindern. Es werden Fotos geschickt, auch von den Zeugnissen, die die Kinder erhalten. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass das Patengeld zu 100 Prozent bei den Kindern ankommt. In unregelmäßigen Abständen verschifft der Verein auch Container nach Togo. Oft werden wir hier von dem Verein „Wir helfen Kindern weltweit e.V.“ der Familie Seibt von der Graf Insel unterstützt. In Togo angekommen, erhalten unsere Krankenstationen Möbel, Fahrräder, Nähmaschinen, Kleidung und vieles mehr. Aber auch Patengeschenke dürfen mit auf den Weg gegeben werden. Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist die Bohrung von Brunnen. Insgesamt 13 Brunnen konnten bisher gebohrt werden. Sie kosten jeweils 10.000 Euro. Mit der Unterstützung vieler fleißiger Spender, unter anderem von der Gebäudetechnik Tenbusch GmbH in Dinslaken, denen sauberes Trinkwasser für die Menschen in Togo ein besonderes Anliegen ist.
Unsere neuen Projekte werden von vielen unterstützt: Unser Dank gilt Privatleuten, Firmen, Institutionen, Förderern, Mitgliedern, Stiftungen und allen, die uns bei unserer Arbeit immer gerne und treu helfen. Ohne Sie wären wir nicht da, wo wir heute sind! Auch mit der Pfarrei Maria Frieden gibt es regelmäßige Zusammenarbeit, zum Beispiel bei Konzerten und Aufführungen in der Pfarrkirche St. Pankratius in Dingden.
Wir haben Ihr Interesse geweckt? Dann werfen Sie doch einen Blick auf unsere Homepage: www.togo-neuerhorizont.de. Dort finden Sie auch Informationen über unsere gerade anstehenden Projekte, wie den Bau eines Kindergartens oder Brunnenbohrungen. Oder Sie sprechen uns einfach an. Vielleicht dürfen wir Sie als neues Mitglied begrüßen – und unterstützen damit auch die weite Welt.

Sandra Neß