Die Berichte vom Freiwilligendienst

Bericht von Simone Gerten und Sarah Sahm

Nach erfolgreich bestandenen Examensprüfungen zur Physiotherapeutin, ging es für uns am 2.Oktober endlich los nach Togo. In Lome wurden wir herzlich von den Steyler Schwestern empfangen und hatten dort zwei Tage Zeit uns ein wenig zu aklimatisieren: tropisches Klima, fremde Sprachen und die togolesischen Lebensumstände.

Am meisten hat uns fasziniert, dass das Leben hier hauptsächlich vor der Tür stattfindet und sich alle Menschen auf der Straße tummeln. Es wird gekocht, verkauft, gespielt und gearbeitet.

 Danach ging es für uns weiter nach Atakpame ins „Centre Medico Sozial Anna Maria“.

Dort trafen wir auf Marie Feline Dienberg, die jetzt schon seit 2 Monaten die Schwestern in der Krankenstation begleitet. Sie machte uns mit den Abläufen bekannt und schon bald konnten wir gemeinsam die Schwestern im Labor und in der Apotheke unterstützen.

Die meisten Patienten, darunter auch viele Kinder, kommen mit Malaria, Parasiten und anderen Infektionskrankheiten. Nach ärztlicher Beratung und einer Laboranalyse kann den meisten mit den richtigen Medikamenten geholfen werden.

Aber auch außerhalb der Krankenstation machten wir viele neue Erfahrungen.

Die Mitarbeiter nahmen uns mit auf einen Wochenmarkt und zeigten uns auch wie sie mit ihren Familien wohnen. Sie sind mit allem Wichtigen ausgestattet, wie zum Beispiel Strom.

Dafür leben sie aber auf kleinstem Raum und unter einfachsten Bedingungen.

Gewöhnungsbedürftig war für uns vor allem der lebensgefährliche Verkehr – der Stärkere, Schnellere oder Huppende gewinnt! Außerdem gibt es keine geregelte Müllentsorgung, sodass einfach alles auf der Straße landet oder verbrannt wird.

Sehr schnell gewöhnten wir uns dagegen an das leckere Essen. Wir durften viel Neues probieren darunter auch die Grundnahrungsmittel wie Yams, Kochbananen und Patt(?)(Maisbrei) und ganz viel frisches Obst!

Mittlerweile sind wir seit fast 3 Wochen in Helota,. ein kleines Dorf im Norden von Togo.

Die Schwestern bezeichnen sich hier auch passender Weise als „Buschladys“.

Es gibt hier ein Krankenhaus, einen Kindergarten, eine Schule und ein Atelier um den Beruf der Schneiderin zu erlernen. Die Menschen hier leben in kleinen Lehmhütten, haben weder fließend Wasser noch Strom, und leben hauptsächlich vom selbst angebauten Mais und dem Verkauf von Baumwolle. Im Moment ist es hier noch sehr grün und fruchtbar aber bald beginnt die Trockenzeit und wenn es eine schlechte Ernte gibt, müssen viele Menschen hungern.

Zu uns kommen jeden Tag 3 Kinder, die physiotherapeutische Hilfe benötigen.

Darunter ein Junge, Kodjo 12 Jahre, der durch eine Nervenerkrankung zunächst gelähmt und nun total entkräftet und abgemagert ist. Er ist sehr motiviert und wir erleben jeden Tag kleine Erfolge. Mittlerweile kann er schon wieder große Spaziergänge machen und wird zunehmend kräftiger.Ein anderes Mädchen, ca 8 Jahre, leidet von Geburt an unter einer Tetraparese (eine neurologische Erkrankung des gesamten Körpers). Das freie Gehen ist für sie nur mit Hilfsmitteln möglich.Sie hat 2 provisorische Kinderstützen aus einem Krankenhaus bekommen. Damit geht es aber nur sehr schlecht und unsicher. In Deutschland könnten man dem Mädchen mit angepassten Hilfmitteln, das Leben sicherlich stark erleichtern und seine Selbständigkeit fördern. Hier wird es wohl immer auf die Unterstützung der Familie angewiesen sein. Das 3. Kind hat starke Verbrennungen an den Händen erlitten und nun behandeln wir täglich die Narben um die Beweglichkeit der Finger wiederherzustellen.

Wir sind nun erst einen Monat in Togo und haben doch schon so viel gesehen und erlebt.

Bald geht unsere Reise weiter nach Bassar und wir sind sehr gespannt was uns dort noch erwartet.

Bericht von Marie-Feline Dienberg

Sechs Wochen ist es nun her, dass das Flugzeug endlich in Lomé am Flughafen zum Stehen kam und ich mich riesig gefreut habe, dass mein kleines Abenteuer in einem Land mit anderen Sitten, Werten und vielen neuen Erfahrungen nun tatsächlich beginnt.

 

Ich bin sehr froh sagen zu können, dass ich in dieser kurzen Zeit angesichts meiner Erwartungen nicht enttäuscht wurde. Im Gegenteil:

 

Das Wichtigste für mich ist, dass ich mich hier sehr wohl fühle, da sowohl die Schwestern, als auch das Personal der Krankenstation mich sehr herzlich aufnimmt. Aber es sind nicht nur die Menschen in meinem unmittelbaren Umfeld, die eine so herzliche Atmosphäre hervorrufen. Das etwas chaotische Treiben auf den Straßen, die vielen Obststände, das bunte Gewusel auf dem Markt und die rhythmische Musik des kleinen CD-Ladens gegenüber schaffen, aus meiner Sicht, eine fröhliche und unbeschwerte Stimmung.

 

Abgesehen von der positiven Grundstimmung, die ich empfinde, konnte ich auch schon die ein oder andere Erfahrungen im kulturellen Bereich sammeln. Ein wirklich schönes Beispiel bietet die Hochzeit unseres Kochs Alex, der am vergangen Samstag seine Alice geheiratet hat.. Da es für viele Togoer schwierig ist, das Geld für die Messe, die Vorbereitungen, sowie den anschließenden kleinen Empfang auf zu treiben, teilen sich oft mehrere Paare eine Messe. So kam es, dass sich 4 Paare nacheinander das Ja-Wort gaben und die Ringe austauschten. Kaum war dies geschehen, fingen alle Menschen in der Kirche  an ihre Plätze zu verlassen und tanzten sich ihren Weg durch die Menge, um die Paare zu beglückwünschen. Anschließend brachten junge Mädchen Körbe von Bananen, Yams, Ananas und Avocado, die sie geschickt auf ihren Köpfen zu transportieren wussten. Auch der kleinen Empfang am nächsten Abend war super: Am meisten hat mir gefallen, Fufu (einen Brei aus Yamswurzel) mit den Händen zu essen!

 

Auch wenn es mir sehr gut geht und ich viele interessante Dinge erlebe, sehe und spüre ich immer wieder die Armut der Menschen. Ich will nicht vergessen, zu erwähnen, dass viele Patienten im Krankenhaus in den meisten Fällen Schwierigkeiten haben 5 oder 10 Euro für eine lebenswichtige Behandlung (häufig gegen Malaria) zusammenzusuchen. Viele Patienten besuchen das Krankenhaus hier auch, weil sie wissen, dass ihnen geholfen wird- auch wenn sie das Geld erst einige Tage später abbezahlen können.  Leider kommt es ab und zu vor, dass Eltern ihre Kinder erst bringen, wenn sie merken, das ,,Paracetamol‘‘ oder traditionelle Heilmethoden einer starken Anämie und Malaria nichts entgegensetzten können.

 

Ein anderes Erlebnis zu Beginn war ein Besuch im Frauengefängnis in Lome: Die Frauen leben auf sehr engem Raum zusammen, es riecht nach Urin und Essen, welches mit Hilfe kleiner Feuerstellen zubereitet wird. Wirklich traurig fand ich, dass dort auch 6 sehr kleine Kinder im Alter von 0-5 Jahren leben.

 

Trotzdem muss man auch erwähnen, dass mir die Stimmung nicht bei allen Frauen trist erschien. Ungefähr 10 der 30 Frauen freuten sich besonders über den Besuch von Schwester Bozena (Steyler Missionsschwester), die regelmäßig gemeinsam mit ihnen singt und betet. Es wurde sogar zu dem Rhythmus der Melodie und einiger Rasseln getanzt. Für mich war es eine Erfahrung und ich hoffe, dass die Kinder eine bessere Zukunft erwartet, als es bis jetzt scheint.

 

Natürlich erlebe ich nicht täglich eine Hochzeit oder einen Gefängnisbesuch! Normalerweise beginnt um 7.30 Uhr der Dienst im Krankenhaus. Dort bereite ich Injektionen vor, gebe Medikamente heraus, führe Schwangerschaftstests durch und unterhalte mich ein wenig mit den Patienten. Ich bin sehr erleichtert, sagen zu können, dass ich mich mittlerweile gut zurechtfinde und im Vergleich zu den ersten Anlaufversuchen nun tatsächlich mit anpacken kann.

 

Ich freue mich sehr, hier zu sein und auf das, was mich in den nächsten Monaten erwartet. Liebe Grüße aus Togo!

Marie- FelineDienberg

Bericht von Verena Naber und Marina Kockmann

Im April 2012 gingen Verena Naber und Marina Kockmann für 4 Wochen nach Togo, um ein Freiwilliges Praktikum in unserer Krankenstation zu absolvieren. Beide waren nach ihrer Reise erschüttert: „Die Not der Menschen mit eigenen Augen zu sehen, ist etwas ganz anderes, als wenn man nur davon liest, hört oder sie vielleicht im Fernsehen sieht.“ Doch auch viele schöne Momente habe es gegeben, so die Beiden. Denn die Menschen seien sehr herzlich und dankbar für die Hilfe gewesen.

Bericht von Theresa Unsenos und Sophia Oberender

Theresa Unsenos und Sophia Oberender, die gerade ihr Abitur gemacht hatten, gingen im August 2012 für 4 Wochen in ein Freiwilliges Praktikum nach Atakpamé. Hier lernten sie auch die „traurigen Seiten“ Togos kennen. Ein schwaches, scheinbar kaum ausgeprägtes Bildungssystem, die Resignation der Menschen angesichts ihrer geringen Aufstiegschancen sowie die augenscheinlich kaum vorhandene Infrastruktur des Landes. Lange nicht alle Kinder besuchen die Schule. Und doch kommt einem eine so große Herzlichkeit und Dankbarkeit entgegen, für in unseren Augen kleinen Hilfen.

Abschlussbericht von Sarah Sahm

Nun bin ich seit Weihnachten wieder zurück in Deutschland und ich muss leider sagen, dass Afrika für mich schon wieder ganz weit weg ist. Ich kann kaum glauben wie schnell mich unser deutscher Alltag wieder eingeholt hat.... Doch ab und zu, beispielsweise wenn man den Fernseher vor Weihnachten anschaltet, und eine halbe Stunde diskutiert wird, was es denn zu Weihnachten zu essen geben soll, da wird man dann doch daran erinnert, dass es auch noch größere Probleme auf der Welt gibt und wie gut es uns hier doch geht!

Seit unserem letzten Bericht aus Togo ist viel Zeit vergangen.
Nach unserem spannenden Aufenthalt in Helota ging es für uns weiter in die Berge nach Bassar.
Auf dem Weg dort hin machten wir in Kara halt und konnten dort einen richtig traditionellen Wochenmarkt besuchen. Das bunte Gewusel und Durcheinander beeindruckte uns sehr und wir waren erstaunt wie viele verschiedene Gewürze, Obst- und Gemüsesorten man in Togo kaufen kann....
Nach einer turbulenten Weiterfahrt waren wir dann heilfroh gut bei den Schwestern in Bassar angekommen zu sein und herzlich empfangen zu werden.
In Bassar gibt es ebenfalls eine kleine Krankenstation und einen Kindergarten mit 2 Klassen. Die Schwestern nahmen sich viel Zeit für uns und wir durften wieder einmal in der Apotheke helfen. An jedem Donnerstag findet in der Krankenstation eine Vorsorgeuntersuchung für schwangere Frauen statt. Simone und ich durften bei der Untersuchung zusehen und uns sogar die Herztöne der Babys anhören.
Ein weiteres Highlight unseres Aufenthalts in Bassar war die monatliche Impfung in den Bergdörfern. Wir durften 2 Krankenpfleger in ein 1,5 Std. entferntes Bergdorf begleiten, wo sie Mütter aufklären und Kinder impfen. Die Polioimpfung zum Beispiel wird vom Staat übernommen. An diesem Tag war es furchtbar heiß, aber es war spannend die vielen Mütter (ca. 100) mit ihren frischen Babys zu beobachten. Viele von Ihnen mussten sehr weit laufen um die provisorische Impfstation zu erreichen und man konnte Ihnen die Erschöpfung ansehen.

Nach unserem 3 wöchigen Aufenthalt, fuhren Simone und ich zurück nach Atakpame und von dort aus gemeinsam mit Marie-Feline nach Kapalime zu Pater Marien. Hier erwarteten wir gespannt die Ankunft von Annemarie Klocke und dem WDR-Fernsehteam.
Nun stand ein 10-tägiges umpfangreiches Programm auf unserem Plan.
Zuerst erkundeten wir die wunderschöne fruchtbare Umgebung rund um Kapalime und am nächsten Tag durften wir bei der Einweihung der neuen Mutter-Kind-Klinik dabei sein.
Die Station ist wirklich sehr schön geworden und ich hoffe die Schwestern arbeiten sich gut ein, sodass die Klinik von der Bevölkerung gut angenommen wird.

Weiter ging es dann für uns über Atakpame und Bassar in den Norden. Und obwohl wir schon viele der Städte gesehen hatten, lernten wir sie nun noch einmal ganz anders kennen, quasi als „Touristen“. Besonders beeindruckt haben mich die traditionellen Tänze und das Weltkulturerbe Tamberna. Wirklich schade, dass der Tourismus in Togo so stagniert hat... man kann wirklich viel erleben. Spannend war außerdem die Arbeit des Fernsehteams! Ich hätte nie gedacht, dass es so viel Arbeit macht 4 kleine Beiträge zu drehen. Aber das Fernsehteam war wirklich mit Herzblut dabei und ich finde im Endeffekt kann sich die Arbeit sehen lassen!

Die letzten 2 Wochen unseres Aufenthalts verbrachten Simone und ich in der Hauptstadt Lome.
Hier durften wir nocheinmal die Arbeit der Schwestern begleiten. Wir lernten die Schule und den Kindergarten kennen.Und begleiteten eine Schwester die behinderte Kinder betreut. Das war für uns als Physiotherapeutinnen besonders interessant. Wir besuchten eine ambulante Reha und eine Förderschule. Einerseits war ich beeindruckt, dass diese Einrichtungen überhaupt vorhanden waren, andereseits war es für uns auch wirklich schlimm zu sehen mit welchen einfachen Mitteln und Ausbildungen die Menschen in Togo arbeiten müssen. Und die meisten Menschen die so eine Behandlung dringend bräuchten, können sich diese Behandlung dann nicht mal leisten. Wir haben viele neurologisch betroffene Kinder gesehen und die Eltern waren mit der Pflege und finanziell  meistens völlig überfordert.
Nachdem wir mit Schwester Mary mehrere dieser Kinder zu hause besucht haben und ich gesehen habe wie dringend diese Familien Unterstützung brauchen, habe ich beschlossen, dass ich auch gerne eine Patenschaft übernehmen möchte!

Auch wenn ich jetzt wieder voll in „unserer“ Gesellschaft angekommen bin, werde ich die Zeit in Togo sicher nie vergessen. Und ich möchte versuchen mit den Schwestern und dem Land Togo in Verbindung zu bleiben. Wir haben so viele beeindruckende Dinge gesehen und gelernt und ich bin  dankbar, dass ich diese Erfahrungen machen durfte.  

Bericht über die Zeit nach Togo, von Simone Gerten

Ein Bericht über die Zeit nach Togo

Da Sarah ja über unsere zweite Halbzeit in Togo berichtet hat schreibe ich etwas zu der Zeit in der ich wieder Zuhause war.


Am Tag des Abfluges war ich hin und her gerissen zwischen Abschied nehmen und Vorfreude auf Zuhause. In den Monaten hab ich die Menschen, die mir wichtig sind zeitweise schon sehr vermisst. Und gleichzeitig war mir klar, dass ich dieses Land und die Menschen dort so schnell nicht wiedersehe.


Die Menschen in  Togo waren in der ganzen Zeit in der wir dort waren sehr nett und freundlich uns gegenüber und wesentlich herzlicher als viele Menschen in Deutschland. Allerdings wird man als weiße Person auch mit Geld in Verbindung gebracht, was man auch häufig spürt. Gerade die Gruppen von Kindern, die auf den Straßen spielen und in der Kirche singen, vermisse ich hier. Nach der Reise ist mir erst richtig bewusst geworden, wie wenige Kinder bei uns zu sehen sind. Dafür sind hier auf der Straße viele Ältere unterwegs, die in Togo eher selten zu sehen sind.


Auf der Heimreise vom Flughafen Frankfurt bis hier nach Hause kam mir erst einmal alles ganz unwirklich vor. Die gepflegten Autos, der geordnete Verkehr, die Landschaft und das „Winterwetter und vieles mehr…


Ich hab Zuhause auch erst einige Tage gebraucht um wieder richtig anzukommen. Mittlerweile ist der Alltag wieder zurück und man erinnert sich nur noch zwischendurch an besondere Momente. Im Nachhinein ist die Zeit in Togo wie im Flug vergangen. Erst braucht man eine ganze Zeit um sich einzuleben und danach geht die Zeit schnell um. Gerade die letzten vier Wochen waren schnell vorbei.


Spannend war es dann nochmal, als die Berichte im WDR über Togo liefen. Es war komisch sich selbst zu sehen und gleichzeitig hab ich mich gefreut, da viele Erinnerungen sofort wieder präsent waren. Leider konnten die kurzen Berichte nur einen kleinen Einblick, von den Menschen und von den Lebensverhältnissen geben. Aber ich denke, dass dieser Einblick schon sehr wertvoll ist. Togo ist ja noch sehr unbekannt und es ist wenig über das Land herauszufinden. Durch die Berichte ist Togo auf jeden Fall bekannter geworden.


Und mir ist in Togo klar geworden, dass es uns in Deutschland sehr gut geht. Wir haben ein funktionierendes Gesundheitssystem und hier muss niemand sterben, weil der gerade nicht genug Geld für eine Behandlung hat. 
Es gibt gerade für behinderte Mitmenschen ganz andere Möglichkeiten und eine ganz andere Lebensqualität. Es gibt Hilfsmittel, die ein Leben in der Mitte der Gesellschaft ermöglichen und nicht ein Leben am allerletzten Rande der Gesellschaft.


Abschließend würde ich sagen, dass die drei Monate eine absolute Bereicherung für mein Lebensind. Ich habe viel erlebt und eine ganz andere Welt kennen gelernt. Ich würde die Reise immer wieder machen. Und ich kann jedem empfehlen sich zu so einer Reise zu entschließen.


Bericht über die Zeit nach Togo, von Marie-Feline Dienberg

Bericht von Marie-Feline Dienberg nach ihrer Rückkehr aus Togo.

,,Und wie war es?‘‘ Gut. Aufregend. Traurig. Lustig. Arm. Nicht überall arm. Bereichernd. Horizonterweiternd. Ernüchternd. Manchmal schwierig. Herzlich. Heiß. Staubig. Verschwitzt. Bunt. Frittiert. Lebhaft bis Laut. Zu Anfang nass. Zum Ende hin trocken.

Mein siebenmonatiger Aufenthalt in Togo war gänzlich verschieden von meinem Leben hier in Deutschland. Das steht fest. Trotzdem fallen mir in den ersten Sekunden nachdem die Frage ,,Wie war es?‘‘ gestellt wurde nicht allzu viele zusammenhängende Sätze ein. Jetzt bin ich seit 6 Tagen wieder zu Hause und habe meine Gedanken ein wenig sortiert:

Ich kann sagen, dass es mir hier ruhig vorkommt. Geradezu still. Keine wildhupenden, bergeweise beladenen Autos, auf dessen höchstem Punkt eine Ziege thront. Keine ,,Mototaxis‘‘, die mich auf ein einfaches ,,zzssss‘‘ zum ,,Grand marche‘‘ bringen. Keine Kinder die völlig ausflippen und ,,Yovo, Yovo, Bonsoir‘‘ singen, nur weil meine Hautfarbe ein klein wenig heller ist. Und überhaupt, waren schon immer so wenige Kinder bei uns auf den Straßen? Das Leben, wie ich es in Atakpamé kennengelernt habe, ist offener. Offener, weil das Leben sich auf der Straße abspielt. Viele Frauen versuchen dort mühsam ihre Waren zu verkaufen, Kinder die rumtollen, Kinder, die von der Schule heimkommen. Trauben von Menschen um haltende Busse oder Autos versammelt, um Bananen, Fleischspieße, Wasser in kleinen Plastiksäckchen oder auch eine Cola zu verkaufen.

Hätte ich Atakpamé nur für ein paar Tage als Tourist besucht so hätte ich mich vielleicht dabei ertappt das Leid dieses Landes zu verdrängen und mich auf die Menschen fixiert, die mit ihrer bunten Kleidung und ihrer herzlichen Art, den Eindruck von Unbeschwertheit und ,,Arm, aber glücklich‘‘ vermitteln. Aber es ist nicht nur das ,,bunte Afrika‘‘. Es ist nie ,,Arm, aber glücklich‘‘!

Durch den freundschaftlichen Kontakt zum einheimischen Personal, habe ich erlebt, dass es sich um ganz existentielle Sorgen handelt:

,,Wie kann ich meinem Kind mehr bieten außer einmal am Tag eine Portion Maismehl mit Wasser?‘‘ (Ephrem, der Laborant)

,,Wie soll ich mein Kind in ein paar Jahren auf eine ordentliche Schule schicken?‘‘ (Alex, der Koch)

,,Der Junge Esso ist in der Schule gefallen. Seine Eltern konnten die Behandlung in Ghana nicht bezahlen; sie versuchten traditionelle Heilmethoden; letztlich mussten sie sein ganzes Bein amputieren. ‘‘ (Ephrem über seinen Pflegesohn)

,,Wenn jemand eine Behandlung nicht bezahlen kann -ist sie noch so lebensnotwendig- dann wird er diese Behandlung nicht bekommen. ‘‘

Natürlich gibt es hier auch Menschenhandel. Lomé ist das Drehkreuz für den Verkauf von Kindern in die Nachbarländer. Priester Hubert erzählte: „Sonntags gehe ich in die Dörfer und versuche die Menschen zu sensibilisieren und über die Tricks der Händler und die Folgen für die betroffenen Kinder aufzuklären“.

Ich habe mich gefragt, was ,,man‘‘ denn tun kann. Für Togo. Für Länder wie Togo. Für die ganze Welt? Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich von dem Berg runtersteigen sollte und habe mich gefragt: ,,Was kann ich tun? Und wenn es noch so klein ist. Das kleine Eine oder Andere habe ich gefunden. Nichts Afrikabewegendes. Nichts Togobewegendes. Dinge, die jeder von uns tun kann, wenn er oder sie will.

Jetzt bin ich wieder hier und will Togo nicht vergessen. Es hat mir viel gegeben, meinen manche. Ich glaube das auch. Aber was das alles so genau ist, werde ich wohl erst in den nächsten Monaten erfahren. Togo scheint mir sehr weit weg. Ich denke oft an die Menschen dort. Aber ich bin auch gerne wieder hier. Ich gewöhne mich schnell an alles, schließlich kannte ich 19 Jahre nicht viel anderes. Es ist einfach so, als hätte ich noch etwas dazugewonnen.

In Togo habe ich mit Schwester Damiana DanBao (Leiterin der Krankenstation) ein kleines Mikrokreditprojekt für Frauen angefangen, gerne möchte ich dieses Projekt weiter führen. Mit dem geliehenen Geld können sich die Frauen selbständig eine kleine Einkommensquelle sichern. Das geliehene Geld wird nach und nach von den Frauen wieder an Schwester Damiana, die das Geld verwaltet, zurück bezahlt. Das zurück bezahlte Geld geht wieder an die nächsten Frauen, so vervielfältigt sich das Projekt.

Wenn Sie dieses Projekt unterstützen wollen, dann überweisen Sie bitte Ihre Spende auf eines der neben stehenden Konten vom Verein, bitte Verwendungszweck: „Mikrokredit“ dann kommt das Geld sicher in dieses Projekt an.

Vielen Dank für Ihre Spende!

Siehe auch unter Projekte

Bericht von Anne Lippiotta & Nadja Kemink

Bericht von Anne Lippiotta und Nadja Kemink.

Es kommt uns so vor, als wären wir gestern erst aus dem Flugzeug gestiegen, als uns eine Wand aus feucht-heißer Luft entgegenschlug. Als wären wir erst gestern in eine komplett neue Welt eingetaucht, andere Menschen, andere Bräuche, andere Lebensweise. Rote Erde statt Asphalt, Palmen statt Kastanien, Französisch statt Deutsch.

Am Flughafen wurden wir von den Steyler Missionarsschwestern abgeholt. Sie haben uns wirklich sehr herzlich empfangen, so dass wir uns gleich willkommen fühlten und unsere Ängste sofort verflogen waren. Die Fahrt war sehr abenteuerlich, da wir auf einer sehr schmalen Straße unterwegs waren, die zwar eine der wenigen geteerten Straßen in Togo ist, aber trotzdem einige Schlaglöcher enthielt. Außerdem war viel Verkehr, denn die berühmten Motos (Motorräder) fahren in Heerscharen herum. Auch die Überholmanöver bei überhöhter Geschwindigkeit waren teilweise sehr spektakulär  und neben den Motos und einzelnen Autos laufen auch viele Menschen am Straßenrand entlang. Was uns auf unseren Fahrten ganz besonders auffiel:
Die vielen Straßenhändler (von Betten, Sofas und frischem Obst über Wanduhren bis zu Särgen gibt es alles zu kaufen), Menschen und Kinder, die ihre Waren auf dem Kopf trugen und verkauften,
kleinere Kinder, die uns anstarrten und  zuwinkten und „Yovo, Yovo bonsoir“ zuriefen oder uns einfach anfassten weil wir weiß waren, dass soll Glück bringen.

Wir sind an einem Tag mit Schwester Mary zu ihrem Shop gelaufen und sie zeigte uns einen ganzen Ordner voll mit Kindern die eine Behinderung haben und die sie betreut. Die Kinder sind durch Folgen von Sauerstoffmangel während der Geburt behindert, d.h., sie können nicht reden, hören oder nicht laufen, oder durch Krankheiten, Unterernährung und schlechte medizinische Versorgung. Problem: Angst, Scham und alte kulturelle Bräuche führen dazu, dass Kinder mit einer Behinderung auch heute noch ausgegrenzt werden. Nur ein kleiner Teil der Kinder mit einer Behinderung besuchen in Togo eine Schule.  

Nach 4 Tagen sind wir dann nach 5 Stunden Fahrt in Bassar angekommen.
Bassar ist eine Kleinstadt im nördlichen Togo in der Region Kara. In Bassar konnten wir leider nicht viel helfen, aber wir haben mit den Kindern gespielt, Essen verteilt und uns den Unterricht angesehen. Einer der schönsten Momente war, als wir den Kindern in Bassar kleine Spielsachen gaben. Die Kinder haben sich so unglaublich gefreut, das war wirklich sehr schön. Wir konnten abends beobachten wie ein großes Feuer auf dem Atakora-Berg gemacht wurde, damit die Schlagen runter ins Tal kommen und die Männer die Schlangen fangen konnten. Von einer Ordensschwester haben wir erfahren dass eine Schlange 28 Eier gelegt hatte, das war dann doch schon ziemlich unheimlich! Wir waren einen Nachmittag nach unserer Arbeit auf dem Berg, wo viele Jugendliche Salat anbauten, damit sie sich ihr Studium finanzieren können. An einem Tag waren wir mit Frau Fux, die 28 Jahre in Deutschland gelebt hat und danach mit ihrem Mann und ihrer Tochter wieder nach Togo zurückgekommen ist, auf einem Markt, wo sie uns alles erklärt und gezeigt hat, alle sprachen sie mit „Mama“ an, was Respekt bedeutet.

 Nach einer Woche in Bassar sind wir dann nach Atakpamé gekommen.
Unser Tag sah meistens so aus: Wir sind um 6:00 Uhr morgens aufgestanden, um 6.30Uhr gab es Frühstück. Es wurde vor- und nach dem Essen gebetet, danach wurde gemeinsam abgewaschen. Wir arbeiteten von 8:00 bis 12.00 Uhr, um 07:30 haben die Mitarbeiter und Schwestern sich in der Station getroffen und mit einem Gebet den Tag begonnen. Die Menschen waren wirklich sehr nett, sie haben uns viel gezeigt und erklärt und uns  Atakpamé gezeigt. So durften wir die Arbeitsabläufe kennenlernen und auch mithelfen.
Wir haben beispielsweise im Empfangsbereich die Temperatur, das Gewicht und den Blutdruck bestimmt, die Patienten zu den richtigen Räumlichkeiten verwiesen, durften kleinere Pflaster wechseln, Infusionen vorbereiten und bei Behandlungen (Sonographie) zusehen. Die medizinische Versorgung in Togo ist mit der in Europa nicht zu vergleichen. Viele Menschen glauben, dass man mit Hilfe eines Medizinmannes oder traditionellen Heilmethoden jede Krankheit heilen kann. Viele Patienten kommen daher erst zu spät oder gar nicht. Besonders dramatisch stellt sich die Situation für viele Schwangere dar. Ihre Familien lassen in den Wehen liegenden Frauen erst sehr spät in ein Krankenhaus bringen, zumeist erst nach stundenlangen Qualen und dann auch noch auf einem Moped! Nicht selten überleben Mutter und/oder Kind diese Tortur nicht.
Die Togoer sind ein lebenslustiges und fröhliches Volk. Das Leben in Togo spielt sich im Freien ab. Dort wird gekocht, gegessen, gewaschen und gearbeitet. Morgens steht man gegen 5 Uhr mit der Sonne auf. Abends in der Dämmerung (ca. 18 Uhr) beginnt man mit dem Kochen des Abendessens. Abends wird laute Musik auf den Straßen gespielt, jedoch sollte man nach 18 Uhr nicht mehr nach draußen, weil es dann doch zu gefährlich werden kann.  
 
Wir haben in unserer Zeit in Togo viele Erfahrungen gesammelt, die wir so schnell nicht vergessen werden. Es war wirklich spannend, ein uns bis dahin unbekanntes Land, neue Leute und eine andere Mentalität kennenzulernen. Auf der anderen Seite ist es richtig traurig und „krass“ zu sehen, wie Menschen leben können bzw. leben müssen. Die meisten können sich keine drei Mahlzeiten am Tag leisten. Wir brachten ihnen, aus unserer Sicht, Kleinigkeiten mit und für sie war es ein großes Geschenk. Wir haben gelernt, dass wir mit noch so kleinen Sachen, in Togo etwas ganz großes ausrichten können und freuen uns sagen zu können, dass wir die Menschen weiterhin unterstützen möchten.
Nadja & Anne
 
 

Bericht von Sonja Barnert

Afrika Bericht von Sonja Barnert!

Während meines Berufslebens als Kinderkrankenschwester wuchs meine Neugier Entwicklungshilfe in der 3.Welt kennenzulernen. Mit „Togo-Neuer Horizont“ bekam ich die Möglichkeit  für einen Monat nach Togo in Westafrika zu reisen und vor Ort das Leben und die Arbeit der Steyler Schwestern in Mission zu erleben.


Am 27.1. startet die Flugreise von Düsseldorf über Paris nach Lomé, die Hauptstadt von Togo. Dort verbrachte ich die ersten vier Tage. Anschließend reiste ich in die Stadt Atakpamé, in der ich eine Woche im „Anna Maria Medical Center“ erlebte. Weitere zwei Wochen verbrachte ich in Bassar, eine kleine Stadt im Norden des Landes, um danach wieder den Rückweg in die Hauptstadt anzutreten.


Während des gesamten Aufenthalts in Togo war ich in Unterkünften der Steyler Missionsschwestern untergebracht.  Die Schwestern hießen mich sehr herzlich willkommen und nahmen mich in ihre Gemeinschaft auf. So konnte ich das internationale und religiöse Zusammenleben der Schwestern kennenlernen und einen Einblick in ihre Arbeit in Schulen, Kindergärten und Krankenstationen gewinnen.


Vor Ort arbeiten die Schwestern mit einheimischem Personal zusammen. So sind im „Anna Maria Medical Center“ in Atakpamé ein Arzt, mehrere Krankenpfleger, zwei Laboranten und eine Hebamme angestellt. Die Einrichtung biete Räumlichkeiten, wie z.B. einen Wartebereich für Patienten, einen Aufnahmebereich, ein kleines Labor und eine kleine Apotheke sowie ein Untersuchungszimmer und zwei Behandlungsräume. Es werden vor allem durch Mangelernährung und Infektionen geschwächte Patienten behandelt. Infektionskrankheiten wie Cholera, Malaria, Hepatitis und HIV sind alltäglich.


Meine Aufgaben bestanden darin, meine Umgebung zu beobachten, Menschen und Kultur kennenzulernen, Arbeitsabläufe zu verstehen, kleine pflegerische Tätigkeiten wie beispielsweise Blutdruck messen durchzuführen und in einem Haushalt ohne Maschinen mitzuhelfen.


Die Tätigkeiten vor Ort fielen kleiner aus, als ich erwartet habe und Möglichkeiten, unmittelbar  zu helfen, waren kaum vorhanden. Die Klimaumstellung, die Sprachbarriere wie auch die körperliche und psychische Belastung zeigten sich alsbald als Herausforderung. Denn ein Monat in Togo ist eine sehr kurze Zeit, um sich in einer so anderen Welt zurechtzufinden. Dennoch waren meine Erlebnisse und gewonnen Eindrücke von einfachen Lebensverhältnissen und armen Lebensumständen, von einem entschleunigten Leben und einer ganz anderen Kultur so besonders und einmalig, dass ich jedem empfehlen kann, diese Herausforderung zu wagen.
Man kann es sich doch erst richtig vorstellen, wenn man es selbst erlebt hat.

Bericht von Jonathan Rothe

Afrika Bericht von Jonathan Rothe!

2 ½ Monate Togo, die wohl erlebnisreichsten Monate in meinem Leben. Wenn ich chronologisch meine Erfahrungen und Erlebnisse erzählen würde, wäre ich Morgen und Übermorgen noch dabei, deshalb bleibe ich bei meiner Arbeit und berichte vom Krankenhaus.
Wenn ich vor meiner Abreise gesagt habe, ich werde mit Nonnen zusammen wohnen, haben mich die Leute komisch angeschaut und auch ich war skeptisch was dies anging. Im Nachhinein ist es wohl weder das Wetter, noch die wunderschöne Landschaft, sondern die Schwestern Damiana, Ima und Velia, welche ich am meisten aus der Zeit in Afrika vermisse. Die Schwestern haben wirklich von morgens bis abends und teilweise bis spät in die Nacht gearbeitet und haben zu jeder Zeit Stress von irgendeiner Seite bekommen. Manchmal war zu wenig Geld da um die Mitarbeiter gut bezahlen zu können, dann gab es Probleme mit einer Patientin im Krankenhaus und dann war noch der riesen Stress und Aufwand mit der Einweihungsfeier. Und trotzdem haben die Schwestern noch ein offenes Ohr gehabt, für jeden der kam und nahmen sich immer noch die 2 Sekunden Zeit um einem weinenden Kind, welches auf die Behandlung wartet durch die Haare zu fahren und zu beruhigen.
Wenn ich dann mit Sr. Damiana noch bis 24 Uhr zusammen saß, um einen Brief ins Deutsche zu übersetzten und Damianas Augenringe sah, hab ich mir gewünscht, dass wenigstens Geld keine Rolle spielen sollte bei all dem Stress.
Auch wenn man natürlich nie gerne ins Krankenhaus geht, hatte ich das Gefühl, dass die Leute dort gerne zu uns gekommen sind. Mag sein, dass das ein bisschen zu kitschig klingt, trotzdem sah es doch oft so aus.
Ich habe nur manchmal im Krankenhaus gearbeitet, die meiste Zeit habe ich im Waisenheim und in der benachbarten Schule verbracht. Bis Heute, knapp 1 Monat danach, könnte ich noch das Gesicht jedes Kindes im Kopf abrufen. Die Kinder waren wirklich sehr besonders und offen. Im Gegensatz zu den Kindern auf der Straße, kamen sie nicht mit einem lauten „Yovo, Yovo“ auf mich zu gerannt und wollten mich anfassen, sondern kamen mit einer unglaublichen Toleranz und Weisheit mit entgegen, auch wenn es absurd klingt. Mir ist klar, dass die Kinder auf den Straßen, nur neugierig waren, allerdings war dies oft eine sehr schonungslose Neugierde, welche ich bei den Kindern im Waisenheim so gut wie gar nicht erfuhr. Meine Arbeit war ziemlich frei dort, ich konnte mit den Kindern so ziemlich das machen, was ich wollte. Mit den größeren (6-10 Jahre) konnte ich auf meinen mitgebrachten Täfelchen schreiben üben oder „Mensch ärgere dich nicht“ spielen, mit den jüngeren wurde oft gemalt und Memory gespielt und zusammen haben wir natürlich viel Musik gemacht und Gitarre gespielt.
Es war wirklich schön. Und trotzdem habe ich das halbe Jahr abgebrochen. Ich will gar nicht lange darüber reden, da alles andere viel bedeutsamer und wichtiger ist, also ganz kurz: Nach 1 ½ Monaten Krank sein, Malaria, Infektionen, Antibiotikum, Infusionen, Schlaflose Nächte, Erbrechen war mein Körper einfach am Ende und ich dachte, ich kann mir hier nicht mehr hochhelfen. Wäre ich mit einem Freund oder einfach einen Mitreisenden dort gewesen hätte es vielleicht anders ausgesehen, aber auch so war es eine Erfahrung die ich mein Leben nicht vergessen werde.
Ich habe ja nicht viel Ahnung von der ganzen Entwicklungshilfe und von Geldern die irgendwo hinfließen, aber ich habe wirklich das Gefühl gehabt, dass dieses Krankenhaus von den Bewohnern in Atakpamé und den Patienten akzeptiert wird, welches wie ich finde ja oft das größte Problem neben dem ganzen Geld ist und, dass das Personal mit den Schwestern nicht besser, netter und kompetenter sein könnte.
Schwierig jetzt einen Schluss zu setzen, da noch ganz viele Geschichten nicht erzählt wurden, jedoch das Wichtigste glaube ich gesagt zu haben. Ich habe zurückblickend wirklich nur schöne Erfahrungen vor Augen und freue mich schon irgendwann einmal zurück zu kommen.
Jonathan Rothe